Sonntag, 31. Juli 2011

Vorerst keine Auslieferung

Vorerst wird der ehemalige Präsident Hissène Habré nicht in seine Heimat ausgeliefert werden, sagte der senegalesische Außenminister Madicke Niang. Die senegalesische Regierung gibt somit dem internationalen Druck nach und versucht nun mit der UNO, der Afrikanischen Union und der EU eine Lösung zu finden.

Stern: Senegal liefert Ex-Präsidenten des Tschad vorerst doch nicht aus, 11. Juli 2011.

AFP/France Soir: Le Sénégal suspend l'expulsion d'Hissène Habré au Tchad, 11. Juli 2011.

Zeugenberichte zu den Menschenrechtsverletzungen, die unter EX-Präsident Habrè geschahen:
AFP:Au Tchad, les victimes de la répression sous Hissène Habré témoignent, 11. Juli 2011.

Habrè soll ausgeliefert werden

Bereits acht Jahr lang ist der Senegal mit dem Prozess gegen den tschadischen Ex-Präsidenten Hissène Habré wegen Menschenrechtsverstöße vertraut. Nun will der senegalesische Präsident Abdoulaye Wade ihn in seine Heimat zurückschicken.

Diese Entscheidung steht unter starker Kritik von Menschenrechtsorganisationen.
Belgien forderte daraufhin die Auslieferungen des ehemaligen Präsidenten nach Den Haag, sofern Senegal keinen eigene Prozess organisieren würde.

Stern: Senegal will Tschads Ex-Präsidenten Habré in Heimat überstellen, 8. Juli 2011.

BBC Afrique: Le Tchad promet un procès équitable à Habré, 10. Juli 2011.

AFP/Tschadactuel.de: Extradition d'Hissène Habré: la Belgique fait pression sur le Sénégal, 11. Juli 2011.

Donnerstag, 26. Mai 2011

Flüchtlinge leben unter prekären Bedingungen

Cornelia Füllkrug-Weitzel, die Direktorin von „Brot für die Welt" und der Diakonie Katastrophenhilfe, war im März 2011 im Tschad. Im Interview beschreibt sie die derzeitige Situation und zieht das Fazit, dass die Menschen gern wieder zurück in ihre Heimat möchten, doch die meisten trauen der Sicherheitslage nicht.

welt-sichten.org: „Die Regierung will, dass das Problem unsichtbar wird“, Mai 2011.

Sonntag, 15. Mai 2011

Deby gewinnt Präsidentschaftswahl

Der amtierende Präsident Idriss Deby wurde bei der tschadischen Präsidentschaftswahl für eine vierte Amtszeit wiedergewählt. Laut vorläufigen Endergebnis kommt er auf 89 Prozent der Stimmen. Die Wahlbeteilung betrug 64 Prozent. Die Opposition hatte die Wahlen boykottiert.

AFP: Amtsinhaber Deby gewinnt Präsidentenwahl im Tschad (10. Mai 2011)

DiePresse.com:Tschad: Amtsinhaber Deby gewinnt Präsidentenwahl (10. Mai 2011)

Deutsche Welle: Amtsinhaber Deby gewinnt Präsidentenwahl im Tschad (10. Mai 2011)

tf1: Tchad : Idriss Deby réélu sans surprise (10. Mai 2011)

Donnerstag, 14. April 2011

AI: Zwangsräumungen im Tschad

Nach mehr als drei Jahren nach der ersten Welle der Zwangsvertreibungen und Zerstörung von Wohnhäusern im Tschad haben die Opfer immer noch keine Möglichkeit der Rechtssprechung erhalten.

Über 12.000 Personen sind von zu Hause ohne eine rechtliche Verhandlung oder rechtzeitige Informationen vertrieben worden. Zwar gewannen einige der Betroffene das von ihnen anschließend eingeleitete Gerichtverfahren gegen die politischen Akteure, doch die Rechtsprechung fand in der Praxis nur selten eine Anwendung.

Ende März fanden weiterer Zwangsvertreibung in N'Djamena statt. Tausende von Menschen verloren dabei nicht nur ihre Wohnung, sondern als Folge daraus auch ihren Arbeitsplatz. Weitere Bewohner der tschadischen Hauptstatt fürchten nun das gleiche Schicksal.

AI: Chad: No homes, no justice, no dignity: Victims of forced evictions in Chad, 11. April 2011.

Kindersoldaten im Tschad

Die Studie von Amnesty International zu Kindersoldaten im Tschad belegt, dass 80% der ca. 7.000 bis 10.0000 Kindersoldaten Mitglied einer bewaffnete Gruppen und die restlichen 20% der tschadischen Arme, wo sie nach Schätzungen der Vereinigten Staaten auch in Kampfhandlungen eingesetzt werden. Zudem zeigt die Studie, dass etwa 13 % Betroffene, welche die Armee zwischen 2007 und 2008 verlassen haben, inzwischen wieder zurückgekommen sind.

irinnews.org: TCHAD: Lorsque la pauvreté pousse les enfants à s’enrôler, 13. April 2011.

Zur Studie

Neue Epidemie

Eine Meningitis- sowie Masern-Epidemie breitet sich im Süden des Tschads aus, erklärte das Internationale Rote Kreuz. Seit Mitte März seien über 2.300 Menschen erkrankt, 100 von ihnen verstarben aufgrund der Krankheit. Das tschadische Gesundheitministerium bat humanitäre Hilfsprojekte um Unterstützung.

AFP: Tchad: inquiétante épidémie de méningite et de rougeole dans le sud, 5. April 2011.