Samstag, 16. Oktober 2010

Dürre, Fluten und Cholera - Die Situation im Tschad spitzt sich zu

Die Organisation Ärzte ohne Grenzen informiert auf ihrer Seite, dass nach einer langen Dürreperiode im Tschad sintflutartige Regenfälle folgten, welche die Ernte vernichtete und einige Dörfer von der Außenwelt abschnitt. Aufgrund des fehlenden Zugangs zu sauberem Trinkwasser sind die Menschen nun von Cholera-Erkrankungen bedroht. Betroffen sind 150.000 Menschen aus 19 von 22 Regionen.

Ärzte ohne Grenzen: Hunger, Fluten und Cholera - die Menschen sind einer dreifachen Notlage ausgesetzt, 1. Oktober 2010.

Stern: 150.000 Menschen im Tschad von Überschwemmungen betroffen, 12. Oktober 2010.

AFP-Meldung auf Jeune Afrique: Tchad: désolation dans un quartier de N'Djamena envahi par les eaux, 14.10.2010.

Donnerstag, 14. Oktober 2010

Urgent Action: Drohende Zwangsräumungen im Tschad

Etwa 10.000 Bewohner der Hauptstadt N'Djamena sind von rechtswidriger Zwangsräumung bedroht. Die Behörden forderten die BewohnerInnen des Bezirks Ambatta auf, ihre Häuser bis Mitte Oktober zum Ende der Regenzeit zu verlassen, weil dort moderne Gebäude errichtet werden sollen. Die betroffenen Personen wurden weder zu dieser Entscheidung konsultiert, noch hat man ihnen alternative Unterkünfte angeboten.

Weitere Informationen unter http://www.amnesty.de/urgent-action/ua-218-2010/tschad-drohende-zwangsraeumung

Samstag, 25. September 2010

Online-Petition: Hissène Habré

Hissène Habré soll als Präsident des Tschads während seiner Amtszeit von 1982 - 1990 zahlreiche Menschenrechtsverletzungen verübt haben. Nach seiner Absetzung floh er in den Senegal, wo er seit etlichen Jahren lebt.

Eine Initiative von Menschenrechtsgruppen - unter ihnen auch
Amnesty International - haben dafür gesorgt, dass er vor belgischen Gerichten wegen seiner massiven Menschenrechtsverletzungen angeklagt wurde. Der Senegal hat jedoch stets seine Auslieferung verweigert. Gleichzeitig haben aber die senegalesischen Justizbehörden sich immer wieder nicht für zuständig erklärt. Zudem stand die Forderung im Raum, dass der Prozess gegen Habré international finanziert werden solle. Aber auch nach finanziellen Zusagen wurde nichts unternommen.

Deswegen ruft Amnesty International mit einer Online-Petition auf, die Gerichtsverhandlungen nicht weiter vertagen und Hissène Habré nun doch vor ein belgisches Gericht zu stellen.

www.isavelives.be/fr/node/5635

Sonntag, 8. August 2010

Tschadischer Premierminister bittet um internationale Hilfe

Der tschadische Premierminister Emmanuel Nadingar bat am Mittwoch, 5. August 2010, aufgrund der starken Regenschauer um internationale Hilfe. Es bestünde die Gefahr einer Überschwemmung und somit die Notwendigkeit einer Evakuierung der Bevölkerung. Unterkünfte müssten eingerichtet werden und für Nahrung und Medikamente gesorgt werden. Am meisten betroffen seien die Regionum Faya-Largeau und Bardai im Norden, Dar Sila im Osten, Salamat im Südwesten, Batha im Zentrum des Landes und le Mandoul Süden sowie einige Arrondissements der Hauptstadt.

AFP-Meldung: Tchad/intempéries: le Premier ministre appelle à l'aide internationale, 5. August 2010.

UN-Meldung: Nährstoffreiche Algen sollen landwirtschaftliche Erträge

Die United Nations Food and Agriculture Organization meldet, dass eine blau-grüne Algenart namens spirulina die landwirtschaftlichen Erträge der tschadischen Frauen steigern könnte und somit der Mangelernährung entgegen wirken könnte. 1,4 Millionen Dollar investiert die Organisation in das Projekt und organisierte den Verkauf von 10 Tonne des Produkts, das in der Region auch als dihé bekannt ist.

UN News-Centre: Nutrient-rich algae can boost Chadian women’s incomes and tackle malnutrition, 29. Juli 2010.

Dienstag, 27. Juli 2010

Kanada hilft bei Hungerkrise im Tschad

Eine Unterstützung von über 6,8 Millionen kanadische Dollar zur Bekämpfung der Hungersnot versprach die Regierung am Montag, 19. Juli 2010 den etwa seche Millionen Menschen, die derzeit im Tschad und Niger an Hunger leiden.

Jeune Afrique: Crise alimentaire au Niger et au Tchad: aide supplémentaire du Canada, 19. Juli 2010.

BMZ: Hungerkrise in der Sahelzone: Niger und Tschad rufen Notstand aus, 22. Juli 2010.

Hintergrundinformationen:

Welthungerhilfe: Welthunger-INdex 2009.

Aufklärung des Falls Ibni wird vorangetrieben

Obwohl sich die tschadische Regierung lange dagegen gewährt hat, lässt Sie nun internationale Experten ins Land, um bei der Aufklärung des Verschwindens von Ibni Oumar Mahamat Saleh, ehemaliger Vorsitzender der oppositionellen Partei Parti pour les Libertés et le Développement und Sprecher einer Koalition von Oppositionsparteien im Tschad, zu helfen. Dieser wurde am 3. Februar 2008 von tschadischen Sicherheitskräften in seinem Haus in der Hauptstadt N'Djamena festgenommen. Seitdem ist sein Aufenthaltsort ungewiss. Die ausländischen Gesandten sollen die Ermittlungen zu dem Fall wieder aufnehmen.

RFI: Disparition d'Ibni : le Tchad accepte la participation d'experts internationaux au suivi de l'enquête, 1. Juli 2010.

Amnesty International: Briefe gegen das Vergessen - Ibni Oumar Mahamat Saleh.